Portugal führt erste klinisch bestätigte nationale Asthma-Umfrage seit über zehn Jahren durch

Von
Isabella Lopez
4 Minuten Lesezeit

Asthma in Portugal: Wie eine neue nationale Studie Diagnostik, Politik und Marktchancen verändert

Asthma ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten weltweit. Trotzdem ist es immer noch schwierig, die Folgen genau zu messen. In Portugal ändert eine neue nationale Studie – EPI-ASTHMA – das. Zum ersten Mal seit über zehn Jahren haben Forscher eine landesweite Schätzung der Asthma-Häufigkeit bei Erwachsenen erstellt, die klinisch bestätigt ist. Dabei wurden Methoden verwendet, die weit über normale Befragungen hinausgehen.

Das ist nicht nur eine Aktualisierung der Zahlen. Es ist eine bahnbrechende Initiative, die Auswirkungen auf viele Bereiche hat: von der Gesundheitspolitik und der Behandlung im Krankenhaus bis hin zu Investitionen in Pharmaunternehmen und neuen Ideen im Bereich der digitalen Gesundheit.


Neue Zahlen zur Asthma-Häufigkeit in Portugal

Bisher basierten die Schätzungen zur Asthma-Häufigkeit in Portugal hauptsächlich auf Umfragen. Dabei gaben die Menschen selbst an, ob sie Asthma hatten. Das Problem dabei ist, dass sich die Leute oft nicht richtig erinnern oder nicht alles sagen. Die EPI-ASTHMA-Studie, die zwischen 2021 und 2024 durchgeführt und kürzlich in der Fachzeitschrift Pulmonology veröffentlicht wurde, ändert das. Sie verwendet eine genaue Methode, die der Diagnose im Krankenhaus ähnelt.

Diese Methode besteht aus zwei Schritten. Zuerst wurden viele Menschen telefonisch befragt. Dabei wurde der Adult Asthma Score (A2 Score) verwendet – ein Fragebogen, der gut vorhersagen kann, wer Asthma hat. Danach wurden die Teilnehmer persönlich untersucht, einschließlich Lungenfunktionstests (Spirometrie), Messung des Stickstoffmonoxids in der Ausatemluft und Zählung der Eosinophilen (bestimmte Blutzellen). Das Vorgehen entsprach den Standards der GINA (Global Initiative for Asthma). So entstand ein genaues Bild der tatsächlichen Asthma-Häufigkeit.

Wichtigstes Ergebnis: In Portugal haben 7,1 % der Erwachsenen Asthma. Das bestätigt, dass die Zahlen seit der letzten landesweiten Umfrage im Jahr 2010 stabil geblieben sind, obwohl eine ganz neue Diagnosemethode verwendet wurde.


Was diese Studie besonders macht: Neue Methoden und Bedeutung für die Behandlung

1. Genaue Messungen treffen auf Bevölkerungsforschung

Anders als frühere Studien, die sich nur auf Fragebögen zu Symptomen stützten, kombiniert EPI-ASTHMA objektive medizinische Tests mit den Angaben der Patienten. Der A2 Score erwies sich als besonders nützliches Instrument, um Asthma zu erkennen. Er erklärt bis zu 45 % der Unterschiede bei der Asthma-Diagnose.

Diese Kombination schließt eine wichtige Lücke: Bisher wurde Asthma in Studien anders diagnostiziert als in der normalen Behandlung. EPI-ASTHMA schließt diese Lücke.

2. Teilnehmer aus allen Teilen des Landes

Die Daten wurden in ganz Portugal gesammelt. Die Teilnehmer wurden so ausgewählt, dass sie die Bevölkerung in Bezug auf Region, Alter und Geschlecht gut widerspiegeln. So werden die Ergebnisse nicht durch eine Konzentration auf Städte verzerrt, wie es bei früheren Studien der Fall war. Das ermöglicht eine bessere Planung der Gesundheitsversorgung auf nationaler und regionaler Ebene.

3. Neue Erkenntnisse über Risikofaktoren

Die Studie bestätigte einige bekannte Risikofaktoren wie Asthma in der Familie, Allergien und frühere Inhalator-Verschreibungen. Aber sie zeigte auch, dass der Bildungsstand eine wichtige Rolle spielt. Erwachsene mit geringerer Bildung hatten ein deutlich höheres Risiko für Asthma. Das zeigt, dass es immer noch Ungleichheiten bei der Gesundheit gibt und dass Informationen zur Gesundheit an die jeweilige Zielgruppe angepasst werden müssen.


Bedeutung für verschiedene Bereiche

Für die Gesundheitspolitik und Ärzte

In Portugal sind etwa 700.000 Erwachsene von Asthma betroffen. Die Behörden haben nun eine aktuelle Grundlage, um Gelder zu verteilen und Maßnahmen zu planen. Hausärzte können den A2 Score in ihre Routineuntersuchungen einbeziehen, um Asthma früher zu erkennen und besser zu behandeln – besonders bei Menschen, die bisher nicht gut versorgt wurden.

Für Pharma- und Diagnostikunternehmen

Die Studie liefert Pharmaunternehmen, die Medikamente gegen Atemwegserkrankungen entwickeln, wichtige Informationen. Die Häufigkeit von Asthma, der Diagnoseweg und die bestätigten Risikofaktoren beschreiben einen messbaren Markt für neue Medikamente und Geräte. Es gibt auch Möglichkeiten für digitale Gesundheitslösungen, wie z. B. Apps, die den A2 Score verwenden und mit Geräten zur Lungenfunktionsmessung oder tragbaren Überwachungsgeräten verbunden sind.

Für Politiker und Investoren

Die Daten der EPI-ASTHMA-Studie ermöglichen eine Politik, die sich auf Fakten stützt. Maßnahmen zur Reduzierung von Umweltfaktoren, zur Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen oder zur besseren Aufklärung über Atemwegsgesundheit können nun gezielter eingesetzt werden. Investoren, die sich für digitale Gesundheit und Medizintechnik interessieren, sollten das Potenzial von Screening-Tools wie dem A2 Score in anderen EU-Ländern und portugiesischsprachigen Ländern beachten.


Bedeutung für Wissenschaft und internationale Zusammenarbeit

Die EPI-ASTHMA-Studie setzt neue Maßstäbe für die Erforschung von Atemwegserkrankungen. Ihr umfassender Ansatz kann als Vorlage für ähnliche Studien in anderen Ländern dienen, besonders für solche, die alte Umfragen durch genauere Diagnosemethoden ersetzen wollen. Die Daten bieten auch Möglichkeiten für weitere Analysen, z. B. zur Bestimmung von Asthma-Typen oder zur Untersuchung von regionalen Umweltrisikofaktoren.

Portugal gehört nun zu einer kleinen Gruppe von Ländern, die über aktuelle Daten zur Asthma-Häufigkeit verfügen, die medizinisch bestätigt sind. Das ermöglicht internationale Vergleiche und Forschung, die dazu beitragen kann, die Diagnose und Behandlung von Asthma weltweit zu verbessern.


Ein neuer Standard für die Asthma-Überwachung – und ein Weckruf

Die EPI-ASTHMA-Studie ist mehr als nur eine Verbesserung der Methoden. Sie zeigt, wie Länder chronische Krankheiten im 21. Jahrhundert überwachen sollten. Asthma betrifft Millionen von Menschen weltweit. Das Modell aus Portugal zeigt einen klaren Weg: medizinische Genauigkeit mit Daten aus der Bevölkerung kombinieren und die Ergebnisse nutzen, um zu handeln – nicht nur für die Wissenschaft.

Für Ärzte, Politiker und Investoren ist diese Studie ein Aufruf, darüber nachzudenken, wie wir Gesundheit messen, behandeln und wirtschaftlich nutzen. Die nächste Frage ist: Wer wird dieses Modell als Nächstes übernehmen?

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