
Trumps Zölle beunruhigen die Märkte – aber Gold bleibt unberührt und sendet ein starkes Signal an globale Investoren
Trumps Zölle verunsichern die Märkte – aber Gold bleibt unberührt und sendet ein starkes Signal an globale Investoren
In einer umfassenden Handelsoffensive verschont das Weiße Haus Gold – und bekräftigt seine Rolle als letzter Zufluchtsort für eine zerrüttete Finanzwelt
WASHINGTON — An einem Tag, den Präsident Donald Trump als "Befreiungstag" bezeichnete, als er eine global umfassende neue Welle von Zöllen gegen über 150 Länder ankündigte, fehlte ein Vermögenswert auffällig: Gold.
Während Autos, Stahl, Aluminium und eine breite Palette industrieller Importe mit Zöllen zwischen 10 und 34 Prozent belegt wurden, entschied sich die Regierung, keine neuen Abgaben auf Gold zu erheben. Dieser Schritt, der in der öffentlichen Diskussion weitgehend übersehen, aber von erfahrenen Investoren genau verfolgt wurde, sandte eine gezielte Botschaft an die globalen Märkte: Finanzstabilität darf nicht gefährdet werden – selbst inmitten des härtesten Wirtschaftsprotektionismus.
Bemerkenswert ist, dass ein vom Weißen Haus veröffentlichtes Faktenblatt bestätigte, dass Stahl, Aluminium, Kupfer und Gold – allesamt wichtige Metalle – von den neuen Gegenzöllen ausgenommen werden, da sie bereits unter früheren Maßnahmen oder strategischen Ausnahmen fallen. Stahl und Aluminium unterliegen bereits einem Zoll von 25 % gemäß Abschnitt 232 und werden keinen zusätzlichen Abgaben unterliegen. Die Entscheidung verschafft den heimischen Käufern wichtigen Spielraum und deutet darauf hin, dass die Regierung versucht, protektionistische Ziele mit den Realitäten der Lieferkette in Einklang zu bringen.
"Gold ist nicht wie ein Toyota oder eine Tonne Betonstahl", bemerkte ein Analyst für Handelspolitik. "Es ist ein Signal. Es unangetastet zu lassen, sendet eine klare Botschaft an Zentralbanken und Investoren gleichermaßen: Es geht nicht darum, die Kapitalmärkte zu zerstören. Es geht um Industriegüter und Handelsungleichgewichte."
Eine strategische Ausnahme, kein Versehen
Trotz des umfassenden Anwendungsbereichs der Zölle – 10 % auf alle Nationen über eine Reihe von Gütern, mit Strafzöllen von bis zu 34 % auf Importe aus China und 25 % auf Automobile – wurde Gold bewusst ausgenommen. Die Begründung für diese Ausnahme liegt nach Ansicht von Insidern und Ökonomen in seiner einzigartigen Natur als Rohstoff und Wertspeicher.
Tabelle: Einzigartige Eigenschaften von Gold als Vermögenswert
Kategorie | Wichtigste Merkmale |
---|---|
Physikalische Eigenschaften | Langlebig, korrosionsbeständig, selten und formbar für industrielle und dekorative Zwecke. |
Historische Bedeutung | Symbol für Reichtum und Macht; kulturell bedeutsam in allen Zivilisationen seit Jahrtausenden. |
Wirtschaftliche Rolle | Wirkt als sicherer Hafen in Krisenzeiten; kein Kontrahentenrisiko; Absicherung gegen Inflation. |
Marktverhalten | Ausgeprägte Preisdynamik; oft umgekehrt korreliert mit dem US-Dollar; einzigartiges Investitionsmuster. |
Anlageattraktivität | Bewahrt die Kaufkraft im Laufe der Zeit; hochliquide und weltweit leicht handelbar. |
"Gold zu besteuern wäre so gewesen, als würde man das letzte Rettungsboot auf einem sinkenden Schiff in Brand setzen", sagte ein Portfoliomanager bei einem New Yorker Hedgefonds.
Anders als die Waren, die im Visier sind – Autochassis, Aluminiumbleche, fertige Industrieteile – ist Gold weder ein Vorprodukt für amerikanische Hersteller noch ein direkter, traditioneller Faktor für das Handelsdefizit. Seine Nachfrage und sein Preis werden weniger von der Lieferlogistik als vielmehr von der makroökonomischen Stimmung, dem geopolitischen Risiko und den Bewegungen der Zentralbanken bestimmt.
Der breitere Markt reagiert: Aktien zittern, Gold steigt
Die Aktienmärkte reagierten mit sofortiger Unruhe. Futures auf den S&P 500 brachen um 1,7 % ein, und der technologieorientierte Nasdaq 100 stürzte um 2,4 % ab (Stand jetzt), was die Besorgnis über erhöhte Inputkosten, Vergeltungsdrohungen von Handelspartnern und eine breitere wirtschaftliche Unsicherheit widerspiegelt.
In der Zwischenzeit setzte Gold – das aufgrund der zunehmenden geopolitischen Spannungen bereits im Steigen begriffen war – seinen Aufstieg fort. Analysten führten diese Rallye nicht nur auf den sich verschärfenden Handelskrieg zurück, sondern auch auf das klare politische Signal: Gold bleibt die grundlegende Absicherung.
"Gold inmitten dieses Chaos zollfrei zu lassen, hat seinen Status als Fluchtweg bekräftigt", sagte ein Rohstoffanalyst. "Diese Art von Klarheit in einem volatilen Moment kann eine sich selbst verstärkende Rallye auslösen."
Warum Gold unberührt blieb: Ein Dreibein der Strategie
1. Schutz seines Safe-Haven-Status
Gold wird weltweit als Wertspeicher in Zeiten der Unsicherheit gehalten. Eine Besteuerung könnte nicht nur unerwartete Volatilität auslösen, sondern auch das Vertrauen in die US-amerikanische Finanzführerschaft untergraben. Durch die Ausnahme von Gold vermied die Regierung, Erschütterungen durch internationale Kapitalströme auszulösen.
2. Fokussierter Protektionismus, keine finanzielle Zerrüttung
Die Handelspolitik des Weißen Hauses zielt darauf ab, die heimische Produktion zu stärken. Gold ist in erster Linie investitionsorientiert und spekulativ und bedroht die US-amerikanische Industriebasis nicht. Es in die Zollliste aufzunehmen, wäre als strafende Geste ohne protektionistischen Nutzen angesehen worden.
3. Vermeidung diplomatischer Minenfelder
Gold ist eine Reserveanlage für Zentralbanken weltweit. Die Erhebung von Zöllen darauf hätte eine Gegenreaktion von Währungsbehörden und Verbündeten gleichermaßen auslösen und die ohnehin schon fragilen Handels- und diplomatischen Beziehungen verkomplizieren können. Die Regierung vermied das, was ein hochrangiger Berater angeblich als "Sticheln des Zentralbankbären" bezeichnete.
Handelsziele: Stahl, Autos, Verbündete und Gegner
Während Gold verschont wurde, wurde fast alles andere nicht verschont.
Präsident Trump kündigte an, dass die USA einen universellen Zoll von 10 % auf Importe aus allen Nationen erheben werden, wobei höhere Sätze auf strategische Wettbewerber abzielen: 34 % auf chinesische Importe, 20 % auf Waren aus der Europäischen Union und 25 % auf Automobile weltweit ab dem 31. April.
Die Sprache des Präsidenten war trotzig und unbändig.
"Seit Jahrzehnten wird unser Land geplündert, ausgeplündert und vergewaltigt", sagte Trump in einer Rede, flankiert von Kabinettsmitgliedern und amerikanischen Autoarbeitern. "Das wird nicht mehr passieren."
Während die Aktienkurse der Autohersteller im nachbörslichen Handel zunächst einbrachen – General Motors fiel um 3 %, Ford um 0,3 % und Stellantis um 1,5 % –, wurden einige Verluste wieder wettgemacht, nachdem Trump ankündigte, dass Mexiko und Kanada vorerst von weiteren Zöllen verschont bleiben würden.
Aber andere Nationen, von Vietnam und Japan bis hin zu Großbritannien und Brasilien, hatten weniger Glück. Selbst langjährige Verbündete wie Australien sahen sich verbaler Kritik ausgesetzt, wobei der Präsident Canberra dafür rügte, dass es US-amerikanische Rindfleischimporte einschränkte, während es sein Fleisch frei nach Amerika exportierte.
Die wichtigsten Länder, die Waren in die USA exportieren, nach Wert.
Rang | Land | Wert der Warenexporte in die USA (2023 Mrd. USD) |
---|---|---|
1 | Mexiko | 475-476 |
2 | China | 427-439 |
3 | Kanada | 410-421 |
4 | Deutschland | 157-160 |
5 | Japan | 143-148 |
6 | Südkorea | 116-132 |
7 | Vietnam | 114-137 |
Auswirkungen für Investoren, Hersteller und Zentralbanken
1. Ein Safe-Haven-Superzyklus?
Die Ausnahme von Gold könnte einen erweiterten Safe-Haven-Zyklus auslösen. Aufgrund globaler Unruhen, des Inflationsdrucks und der Akkumulation durch die Zentralbanken ohnehin schon auf dem Vormarsch, könnte das Fehlen neuer Steuern die Anlegerströme in das Metall noch verstärken. Vorerst bleibt Gold eine unversteuerte, unerschütterliche Festung in einer zerrütteten Finanzwelt.
2. Industrieller Engpass
Die Zölle dürften den heimischen Produzenten langfristig zugute kommen, bergen aber auch das Risiko kurzfristiger Störungen. Hersteller, die auf ausländische Inputs angewiesen sind, sehen sich nun mit höheren Kosten konfrontiert, und Unternehmen mit komplexen Lieferketten – insbesondere solche, die den US-amerikanisch-mexikanisch-kanadischen Korridor überspannen – müssen sich schnell umstrukturieren, um eine Margenerosion zu vermeiden.
3. Vergeltungsrisiko
Die EU, China und andere betroffene Länder werden wahrscheinlich mit Gegenmaßnahmen reagieren. Ein umfassendes zollpolitisches Hin und Her könnte die globalen Lieferketten stören, das Wachstum verlangsamen und den Inflationsdruck verstärken. Die Zentralbanken, die bereits zwischen hartnäckiger Inflation und stagnierendem Wachstum gefangen sind, könnten zu unbequemen politischen Verrenkungen gezwungen sein.
Ein kalkuliertes Glücksspiel – oder ein hochriskanter Bluff?
Die selektive Natur dieser Zölle – die aggressiv auf Industriegüter abzielen, während Gold und andere Finanzanlagen unberührt bleiben – deutet auf eine doppelte Strategie hin: amerikanische Fabriken schützen, aber nicht auf Kosten der Aufwirbelung der globalen Kapitalmärkte.
"Es ist ein Bluff mit Tiefe", bemerkte ein Makrostratege. "Indem sie Gold verschont, sagt Trumps Mannschaft der Welt: Wir werden im Handel hart durchgreifen, aber wir werden das System nicht destabilisieren. Noch nicht."
Aber es ist ein empfindliches Gleichgewicht. Wenn die Vergeltungszölle eskalieren oder die Inflation aufgrund erhöhter Konsumgüterkosten steigt, könnte diese Stabilität verdunsten. Bereits jetzt beobachten Analysten die Zentralbanken in Europa und Asien auf Anzeichen einer koordinierten Reaktion – oder Vergeltung.
Der Ausblick: Inflation, Reshoring und fragmentierte Märkte
In den kommenden Monaten ist mit einem turbulenten Anlageumfeld zu rechnen.
- Inflationsbeobachtung: Höhere Zölle auf Konsum- und Industrieimporte können die Preise in die Höhe treiben. Die ohnehin schon hartnäckige Inflation könnte sich verstärken und die Zentralbanken dazu zwingen, eine erneute Straffung in Erwägung zu ziehen.
Wussten Sie, dass die US-Inflationsrate in letzter Zeit Schwankungen erlebt hat? Im Januar 2025 stieg die jährliche Inflationsrate unerwartet auf 3 % und übertraf die Prognosen aufgrund gestiegener Energiekosten und steigender Gebrauchtwagenpreise. Bis Februar 2025 sank die Inflation auf 2,8 %, was niedriger war als erwartet, was auf eine leichte Abkühlung des Preisdrucks hindeutet. Im März 2025 stieg die Inflationsrate jedoch auf 3 %, was die anhaltenden Herausforderungen bei der Erzielung weiterer disinflationärer Fortschritte widerspiegelt. Auch die Kerninflation blieb erhöht und sank im Februar leicht von 3,3 % im Januar auf 3,1 %, aber diese Trends deuten darauf hin, dass die Inflation für die Wirtschaftspolitiker weiterhin ein Problem darstellt.
- Neukonfiguration der Lieferkette: Hersteller können das Reshoring oder Nearshoring beschleunigen, um zukünftige Zollrisiken zu mindern. Mexiko und Kanada könnten davon profitieren, da sie vorübergehend verschont bleiben.
- Anlegerverhalten: Es kann ein zweigeteilter Markt entstehen. Sichere Anlagehäfen wie Gold – und möglicherweise bestimmte Währungen – können florieren. In der Zwischenzeit könnten Aktienmärkte, die an den internationalen Handel gebunden sind, weiterhin unter Druck stehen.
- Politische Entwicklung: Der gezielte Ansatz der Regierung – aggressiv in einigen Sektoren, zurückhaltend in anderen – signalisiert, dass sich Zölle eher zu einem Instrument des diplomatischen Einflusses als nur zu einer wirtschaftlichen Korrektur entwickeln könnten.
Ein Goldstandard der Mehrdeutigkeit
In einer Welt, die zunehmend von Wirtschaftsnationalismus geprägt ist, offenbart der Schritt der Trump-Regierung, Gold von ihrem aggressiven Zoll-Blitzkrieg auszunehmen, mehr als er verbirgt. Es ist ein Signal an die Investoren, dass, während über Branchen und Kontinente hinweg Schlachtlinien gezogen werden, einige rote Linien – insbesondere solche, die in Barren geätzt sind – ungekreuzt bleiben.
Vorerst.
„Die Frage ist“, sinnierte ein Währungsstratege, „ob diese Zurückhaltung anhält, wenn sich dieser Handelskrieg vertieft – oder ob Gold uns allen nur etwas mehr Zeit verschafft hat.“