Visa bietet 100 Millionen Dollar, um Mastercard als Apple Card Netzwerk zu ersetzen, da Goldman Sachs den Ausstieg plant

Von
Super Mateo
8 Minuten Lesezeit

Visa, Amex oder JPMorgan? Apples Machtwechsel über 20 Milliarden Dollar verändert die Finanzwelt


Apple mischt die Karten in der Finanzwelt neu – und es geht um sehr viel.

Apple Card auf einem iPhone (apple.com)
Apple Card auf einem iPhone (apple.com)

Goldman Sachs beendet die Partnerschaft als Herausgeber der Apple Card. Diese Karte haben über 12 Millionen Nutzer und es sind mehr als 20 Milliarden Dollar Guthaben darauf. Anstelle von Goldman Sachs kämpfen Finanzunternehmen wie Visa, American Express und JPMorgan Chase darum, diesen wichtigen Vertrag zu bekommen. Visa soll Apple 100 Millionen Dollar geboten haben, um den Zuschlag zu erhalten. American Express möchte die Karte herausgeben und das Zahlungsnetzwerk stellen – das zeigt, wie wichtig dieser Vertrag ist.

Es geht nicht nur darum, wer die Karten herausgibt. Es ist ein Zeichen: Apple will eine große Rolle im Bankgeschäft spielen – und die Branche reagiert darauf.


Das Loch, das Goldman Sachs hinterlässt

Goldman Sachs ist nicht plötzlich ausgestiegen, aber es war ein Zeichen.

Seit dem Start der Apple Card im Jahr 2019 war Goldman Sachs' Ausflug in die Finanzwelt nicht sehr erfolgreich. Es gab Verluste von über 1 Milliarde Dollar. Probleme mit dem Kundenservice und Ärger mit den Behörden (89 Millionen Dollar Strafe wegen Problemen mit Beschwerden) zeigten, dass Apple und Goldman Sachs nicht gut zusammenpassen. Apple legt Wert auf Kundenfreundlichkeit, Goldman Sachs ist eine traditionelle Bank.

Wussten Sie, dass Goldman Sachs mit der Apple Card viel Geld verloren hat? Die Bank hat Berichten zufolge Milliarden verloren, darunter über 1 Milliarde Dollar vor Steuern zwischen 2021 und 2022 sowie insgesamt 12 Milliarden Dollar im Jahr 2022, hauptsächlich aufgrund der Apple Card. Apple und Goldman Sachs wurden kürzlich vom Consumer Financial Protection Bureau mit über 89 Millionen Dollar wegen Fehlern bei der Bearbeitung von Kundenbeschwerden und Irreführung von Kunden über zinsfreie Zahlungsoptionen bestraft. Goldman Sachs muss 45 Millionen Dollar an Bußgeldern und mindestens 19,8 Millionen Dollar an Kundenerstattungen zahlen, während Apple mit 25 Millionen Dollar bestraft wurde. Darüber hinaus darf Goldman Sachs keine neuen Kreditkarten herausgeben, es sei denn, das Unternehmen kann die Einhaltung des Bundesrechts nachweisen, was die Ambitionen im Bereich Consumer Finance zusätzlich erschwert.

Apple ist nicht nur mit den Zahlen unzufrieden. Für eine Marke, der die Nutzererfahrung sehr wichtig ist, können schon kleine Probleme beim Service das Vertrauen in das ganze System zerstören. Apple setzt immer stärker auf Finanzdienstleistungen (Apple Pay, Apple Cash, Tagesgeld) – da darf es keine Schwachstellen geben.

ProblembereichBeschreibungAuswirkungen auf Investmentbanken
Gesetzliche RegelnStrengere Regeln für Eigenkapital (Basel III) und Gesetze zum Schutz der Verbraucher.Höhere Kosten und weniger Gewinn, weil mehr Eigenkapital benötigt wird und die Regeln eingehalten werden müssen.
RisikomanagementRisiko, dass Kredite nicht zurückgezahlt werden, besonders bei ungesicherten Krediten wie BNPL.Schwierigkeiten bei der richtigen Einschätzung von Risiken; höheres Risiko von Kreditausfällen.
Komplizierte AbläufeLangsame Kreditprüfung und alte Systeme.Höhere Kosten; Unternehmen können nicht mit Fintechs mithalten, die schnellere Prozesse anbieten.
KonkurrenzdruckKonkurrenz durch Private-Credit-Fonds und Fintechs mit weniger Auflagen.Verluste von Marktanteilen; Schwierigkeiten, flexible Kreditlösungen anzubieten.
Probleme mit GeldKredite an Verbraucher sind schwerer zu verkaufen als andere Finanzprodukte.Schwierigkeiten bei der Steuerung von Geld in Krisenzeiten; Probleme bei der Verbriefung.

Warum Visa und Amex so viel bieten

Visa soll bereit sein, 100 Millionen Dollar zu zahlen, um das Zahlungsnetzwerk zu stellen. So viel Geld wird sonst nur bei sehr guten Kartenprogrammen gezahlt (z. B. für Luxusreisen oder Business-Karten). Für Visa geht es nicht nur darum, einen Kunden zu gewinnen, sondern den Markt zu beeinflussen.

Der Grund ist einfach: Apple Card-Nutzer sind gute Kunden. Über 70 % nutzen iPhones und haben eine gute Kreditwürdigkeit. Sie geben immer mehr Geld aus. Apple als Partner zu gewinnen, würde Visa als Marktführer bei digitalen Zahlungen stärken und mehr Einnahmen bringen.

Tabelle: Marktanteile der Zahlungsnetzwerke nach Transaktionsvolumen (2024)

NetzwerkGlobales TransaktionsvolumenMarktanteilBesonderheiten
Visa10–11 Billionen Dollar~40%Größte globale Reichweite, Marktführer beim Transaktionsvolumen, fast überall akzeptiert.
Mastercard6–7 Billionen Dollar~22–27%Stetes Wachstum, zweitgrößtes Transaktionsvolumen und Marktanteil.
American Express1,3–1,5 Billionen Dollar~10%Konzentriert sich auf hohe Ausgaben, kleinerer Kundenstamm, Premium-Positionierung.

American Express will die Karte herausgeben und das Netzwerk stellen. Dadurch könnte Amex die Nutzererfahrung besser gestalten und an den Gebühren und Krediten verdienen. Der gute Ruf von Amex passt gut zu Apple. Aber Amex wird nicht überall akzeptiert, das könnte ein Problem sein.

Logos von Visa, American Express und Mastercard nebeneinander. (blueprintsolutions.us)
Logos von Visa, American Express und Mastercard nebeneinander. (blueprintsolutions.us)

Mastercard ist bereits das Netzwerk und will das auch bleiben. Aber Apple hat auch andere Angebote. Mastercard muss vielleicht billiger werden oder sich etwas Neues einfallen lassen.


Wer gibt die Karte heraus: JPMorgan, Synchrony oder Amex?

Apple will zuerst entscheiden, welches Netzwerk genutzt wird. Danach wird eine Bank gesucht, die die Karte herausgibt. Mögliche Kandidaten sind JPMorgan Chase, Synchrony Financial und American Express.

JPMorgan Chase ist ein Favorit. Das Unternehmen ist groß, hat Erfahrung mit Krediten an Privatkunden und einen guten Ruf. Anders als Goldman Sachs hat JPMorgan jahrelange Erfahrung mit der Herausgabe von Karten und dem Management von Risiken. Eine Partnerschaft könnte die Apple Card stabiler machen und den Weg für weitere Finanzangebote von Apple ebnen.

Logos möglicher Herausgeber der Apple Card: JPMorgan Chase, Synchrony Financial, American Express. (dreamstime.com)
Logos möglicher Herausgeber der Apple Card: JPMorgan Chase, Synchrony Financial, American Express. (dreamstime.com)

Synchrony Financial ist bekannt für Karten, die zusammen mit Händlern herausgegeben werden. Das Unternehmen ist flexibel und hat viele Kunden, aber vielleicht nicht den guten Ruf, den Apple möchte. Trotzdem könnte Synchrony Financial eine Chance haben.


Auswirkungen auf den Markt: Gewinner, Verlierer und Strategien

Apple: Ausbau der finanziellen Macht

Apple will nicht nur eine schlechte Partnerschaft beenden. Mit einem starken Finanzpartner kann Apple seine Position im Bankgeschäft ausbauen, ohne selbst eine Bank zu werden. Apple bietet Finanzdienstleistungen an, die einfach zu bedienen sind. Die Banken übernehmen die komplizierten Aufgaben.

Wussten Sie, dass das Konzept der "Klebrigkeit" sowohl im ökologischen als auch im geschäftlichen Kontext Anwendung findet? In der Ökologie bezieht sich "Klebrigkeit" auf das Phänomen, dass die meisten Arten aufgrund von Umweltschwankungen selten bleiben, wodurch ein "klebriger Zustand" entsteht, der es ihnen erschwert, häufig vorzukommen. Dies wird in verschiedenen Ökosystemen beobachtet, von mikrobiellen Gemeinschaften bis hin zu Wäldern, wo ein kleiner Teil der Arten dominiert, während die Mehrheit selten bleibt. Im Geschäftsleben geht es bei "Klebrigkeit" darum, Ökosysteme zu schaffen, die Kunden und Partner durch integrierte Dienstleistungen und Wertversprechen binden und so die Kundenbindung und Widerstandsfähigkeit erhöhen. Der Aufbau solcher "klebrigen" Ökosysteme beinhaltet die gemeinsame Entwicklung mit Kunden und Partnern, um langfristiges Engagement und Loyalität zu gewährleisten.

Dadurch verdient Apple mehr Geld und die Kunden bleiben dem Apple-System treu. Finanzprodukte sind ein weiterer Grund für Nutzer, Apple-Geräte und -Software zu nutzen.

Wussten Sie, dass der Dienstleistungsbereich von Apple ein bemerkenswertes Wachstum erlebt hat und im Jahr 2024 einen Umsatz von 96 Milliarden Dollar erreichte, was einer Verfünffachung gegenüber dem letzten Jahrzehnt entspricht? Dieses Wachstum wird durch Dienste wie Apple Music, iCloud, Apple TV+ und Apple Arcade angetrieben, die zu einem integralen Bestandteil des Apple-Ökosystems geworden sind. Der Dienstleistungsbereich macht mittlerweile etwa 24 % des Gesamtumsatzes von Apple aus, was einen deutlichen Anstieg gegenüber 9,9 % vor einem Jahrzehnt darstellt. Mit über einer Milliarde bezahlter Abonnements und einer installierten Basis von mehr als zwei Milliarden aktiven Geräten ist Apple auf dem besten Weg, einen jährlichen Umsatz von über 100 Milliarden Dollar mit Dienstleistungen zu erzielen. Diese strategische Verlagerung hin zu Dienstleistungen hat nicht nur die Einnahmequellen von Apple diversifiziert, sondern auch die Gewinnmargen erhöht, was sie zu einer entscheidenden Komponente des Geschäftsmodells des Unternehmens macht.

Visa und Amex: Chance, mehr zu verdienen

Wenn Visa den Zuschlag erhält, könnte das Unternehmen mehr Zahlungen abwickeln, besonders weil Apple viele Nutzer hat. Für Amex bietet sich die Chance, an den Gebühren und Krediten zu verdienen. Dafür müsste Amex aber mehr Händler überzeugen, die Karte zu akzeptieren.

Wenn eines der beiden Unternehmen den Zuschlag erhält, könnte das die Aktie steigen lassen.

Goldman Sachs: Rückzug und Neuausrichtung

Der Ausstieg von Goldman Sachs zeigt, dass das Unternehmen Probleme mit seiner Strategie für Privatkunden hat. Trotz großer Hoffnungen für Marcus und die Apple Card hat sich das Unternehmen verkalkuliert. Die Abläufe sind kompliziert und der Kundenservice ist aufwendig. Der Ausstieg könnte eine Chance für einen Neuanfang sein, aber er kostet Geld und Ansehen.

Goldman Sachs (metro-manhattan.com)
Goldman Sachs (metro-manhattan.com)

Anleger werden genau beobachten, was Goldman Sachs als Nächstes tut. Das Unternehmen will sich wieder auf die Vermögensverwaltung und das Investmentbanking konzentrieren.


  • Technologie bestimmt die Finanzwelt: Apple kann 100 Millionen Dollar für ein Zahlungsnetzwerk verlangen. Das zeigt, wie viel Macht die großen Technologieunternehmen in der Finanzwelt haben. Dieser Trend wird sich verstärken. Amazon, Google und sogar Meta haben auch schon über Bankpartnerschaften nachgedacht.
  • Das Aufkommen des "unsichtbaren Bankings": Für die Kunden ist es immer weniger wichtig, wer die Karte herausgibt oder die Zahlung abwickelt. Wichtig ist, dass alles reibungslos funktioniert. Apple will die Schnittstelle sein. Die Kunden bleiben der Marke Apple treu, nicht der Bank.

Wussten Sie, dass das unsichtbare Banking, auch bekannt als Embedded Finance, die Art und Weise, wie wir mit Finanzdienstleistungen interagieren, revolutioniert? Dieses Konzept integriert Finanzinstrumente nahtlos in unser tägliches Leben und macht Transaktionen nahezu unmerklich. So werden beispielsweise Dienstleistungen wie Zahlungen, Kredite und Versicherungen in Plattformen wie E-Commerce-Websites, Transport-Apps und sogar Smart-Home-Geräte eingebettet, sodass Benutzer ohne App-Wechsel oder Bankbesuch auf sie zugreifen können. Der globale Markt für Embedded Finance wird voraussichtlich von 22,5 Milliarden Dollar im Jahr 2020 auf 384 Milliarden Dollar im Jahr 2029 deutlich wachsen, was die Benutzererfahrung verbessert und neue Einnahmequellen für Unternehmen schafft. Unsichtbares Banking nutzt Technologien wie KI, IoT und Sprachschnittstellen, um finanzielle Bedürfnisse automatisch zu antizipieren und zu erfüllen, wodurch das Banking einfacher und persönlicher wird.

  • Mehr Kontrolle durch die Behörden: Die Technologieunternehmen übernehmen mehr Verantwortung für Finanzprodukte. Daher werden sie stärker kontrolliert. Die neuen Partner müssen die Regeln einhalten und gleichzeitig einen guten Service bieten. Das ist nicht einfach.

Eine Veränderung mit weitreichenden Folgen

Es geht um mehr als nur eine neue Kreditkarte. Es ist eine Neuordnung der Finanzwelt mit weitreichenden Folgen.

Apple nutzt seine Marktmacht, um von den Finanzpartnern einen besseren Service, eine engere Zusammenarbeit und bessere Bedingungen zu fordern. Visa und Amex wollen das bieten. Goldman Sachs zieht sich zurück und hat viel gelernt.

Für Anleger gibt es Chancen und Risiken. Beobachten Sie Visa und Amex, ob sie mehr Gewinn machen. Beobachten Sie JPMorgan, ob es eine engere Zusammenarbeit mit Apple gibt. Und beobachten Sie vor allem Apple. Das nächste Finanzprodukt von Apple könnte die Zukunft des Geldes verändern.

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